Martin Hablützel im Beobachter vom 17.1.2026: Die Unsicherheiten bezüglich der rechtlichen Aufarbeitung der Brandkatastrophe in Crans Montana dürfen nicht zulasten der Opfer gehen. Insbesondere sei eine Koordinierung notwendig, damit nicht nun ein «Windhundrennen» unter den Betroffenen losgehe mit dem Ziel, die beschränkte Versicherungssumme zu sichern. Es brauche hier eine Koordination des Bundes, so Martin Hablützel
Martin Hablützel im SRF, Tagesschau, vom 14. Januar 2026 über die Brandkatastrophe in Crans-Montana 19. Januar 2026 RA Martin Hablützel
Es ist kein Geheimnis, dass die Schweiz bei der Höhe der #Genugtuung im Vergleich zu den europäischen Nachbarstaaten krass hinterherhinkt. Die Basisgenugtuung für Angehörige verstorbener Kinder beträgt Fr. 30’000. In Italien sind die Summen fünf- bis zehnmal höher, so Martin Hablützel in der NZZ vom 11.1.2026. Unter Berücksichtigung der Kaufkraft sei der Unterschied sogar noch markanter.
Übersicht über die wichtigsten rechtlichen Fragestellungen
Information on the most important legal issues relating to the fire disaster in Crans-Montana
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana stellt sich neben der strafrechtlichen Verantwortung vor allem die Frage der zivilrechtlichen Haftung. Nach Einschätzung von Silvio Riesen, stehen primär die Betreiber und Eigentümer der betroffenen Bar in der Haftung. Problematisch sei jedoch, dass die üblichen Haftpflichtversicherungssummen für ein Ereignis dieser Grössenordnung bei weitem nicht ausreichen dürften.
Martin Hablützel im SRF 10 vor 10 vom 7. Januar 2026 über die Brandkatastrophe in Crans-Montana 7. Januar 2026 Martin…
Gemeinde räumt Fehler bei den vorgeschriebenen Brandkontrollen ein
Nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana rückt die rechtliche Verantwortung der Gemeinde zunehmend in den Fokus. Die Gemeinde räumte ein, seit 2019 keine gesetzlich vorgeschriebene jährliche Brandschutzkontrolle in der Bar «Le Constellation» durchgeführt zu haben. Diese Unterlassung kann erhebliche haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana rückt nun auch die Verantwortung der Behörden in den Fokus. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, hat die Gemeindeverwaltung eingeräumt, die Unglücksbar «Le Constellation» jahrelang nicht kontrolliert zu haben. Martin Hablützel analysiert die rechtlichen Konsequenzen und warnt vor einem juristischen Chaos, sollten Bund und Kantone nicht rasch handeln.
Versäumnisse bei der Brandkontrolle
Die Gemeinde Crans-Montana gab zu, dass zwischen 2020 und 2025 eine Lücke bei den Sicherheitsüberprüfungen bestand. Martin Hablützel begrüsst dieses Eingeständnis, weist aber auf die gravierenden Folgen hin: Sollte nachgewiesen werden, dass diese Versäumnisse ursächlich für die Tragödie waren oder der Einbau des brennbaren Deckenmaterials behördlich bewilligt wurde, haften Gemeinde und Kanton.
Da die Versicherungssummen der Barbetreiber für den immensen Gesamtschaden – der auf mehrere Hundert Millionen Franken geschätzt wird – kaum ausreichen dürften, wird die Staatshaftung zur zentralen Hoffnung für die Opfer.
Nach der Tragödie von Crans-Montana: Haftung, Entschädigung und der Ruf nach einer schnellen Lösung
Das verheerende Brandunglück in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana hat tiefe Wunden hinterlassen. Neben der unermesslichen menschlichen Tragödie stellen sich nun drängende juristische Fragen für die Hinterbliebenen und die zahlreichen Verletzten. Stephan Kinzl ordnete im Interview mit dem Blick die rechtliche Situation ein und zeigte auf, warum die Schweiz im internationalen Vergleich bei der Genugtuung hinterherhinkt.