
Martin Hablützel im Tagi vom 6.1.2026: Crans-Montana drohen Klagen über Hunderte Millionen Franken
6. Januar 2026
Crans-Montana drohen Klagen über Hunderte Millionen Franken
Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana rückt nun auch die Verantwortung der Behörden in den Fokus. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, hat die Gemeindeverwaltung eingeräumt, die Unglücksbar «Le Constellation» jahrelang nicht kontrolliert zu haben. Martin Hablützel analysiert die rechtlichen Konsequenzen und warnt vor einem juristischen Chaos, sollten Bund und Kantone nicht rasch handeln.
Versäumnisse bei der Brandkontrolle
Die Gemeinde Crans-Montana gab zu, dass zwischen 2020 und 2025 eine Lücke bei den Sicherheitsüberprüfungen bestand. Martin Hablützel begrüsst dieses Eingeständnis, weist aber auf die gravierenden Folgen hin: Sollte nachgewiesen werden, dass diese Versäumnisse ursächlich für die Tragödie waren oder der Einbau des brennbaren Deckenmaterials behördlich bewilligt wurde, haften Gemeinde und Kanton.
Da die Versicherungssummen der Barbetreiber für den immensen Gesamtschaden – der auf mehrere Hundert Millionen Franken geschätzt wird – kaum ausreichen dürften, wird die Staatshaftung zur zentralen Hoffnung für die Opfer.
Drohendes Verfahrenschaos
Hablützel sieht die Schweizer Justiz vor einer Zerreissprobe. Da die Schweiz keine Sammelklagen kennt, drohen im schlimmsten Fall hunderte Einzelprozesse, in denen Haftungsfragen und Genugtuungshöhen individuell geklärt werden müssten.
Besonders komplex wird die Situation durch die internationalen Opfer. «In Frankreich und Italien wird man kaum akzeptieren, dass Walliser Richter über Forderungen entscheiden, die sich gegen eine Walliser Gemeinde richten», warnt Hablützel. Zudem sind die Genugtuungssummen im Ausland oft um ein Vielfaches höher als in der Schweiz.
Forderung: Ein Runder Tisch und ein Opfer-Fonds
Um den Betroffenen jahrelange, zermürbende Prozesse zu ersparen, fordert Martin Hablützel ein Eingreifen des Bundesrats. Er plädiert für die Einberufung eines «Runden Tisches» mit Vertretern der Opfer, der Behörden und der Versicherungen.
Ziel müsse die Einrichtung eines Fonds sein, der schnelle und unbürokratische Hilfe ermöglicht. Als Vorbild könne der Runde Tisch zum Thema Asbest dienen.
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