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Aufgrund von schweren Verfehlungen kam es am USZ zu 70 unerwarteten Todesfällen, wie unter anderem die Tagesschau diese Woche berichtete. Stephan Kinzl äusserte sich heute im SRF, ob Angehörige Ansprüche durchsetzen können. Dass die Durchsetzung solcher Ansprüche nicht einfach ist, dürfte sich rumgesprochen haben. Das Arzthaftungsrecht erweist sich dabei als besonders komplex, obliegt es doch am Geschädigten, den Behandlungsfehler nachzuweisen, wobei dabei eine sog. «ex post» Beurteilung nicht massgebend ist. Entscheidend ist nicht, was man im Nachhinein betrachtet hätte besser machen können, sondern ob die Art und Weise des Eingriffs und die Patientenaufklärung unter den damaligen Voraussetzungen als vertretbar erachtet werden konnten.

Am 27.1.2026 wurde vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland in einem Mammutprozess über den Fall des bekannten Berner Wirbelsäulenchirurgen verhandelt. Ihm wird vorgeworfen, fehlerhafte Implantate bei sieben Patienten eingesetzt zu haben, die zuvor bei Tierversuchen versagt hatten und deren Zulassung von der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) verweigert wurde. Sieben Stunden dauerte das Plädoyer der Verteidigerin, die neben einem Freispruch eine Genugtuung von Fr. 56’000 und Schadenersatz von Fr. 862’000 forderte. Privatklägervertreter Stephan Kinzl fasste sich kürzer und plädierte drei Stunden. Die Patienten seien «faktisch zu Versuchstieren

Nach der Tragödie von Crans-Montana: Haftung, Entschädigung und der Ruf nach einer schnellen Lösung

Das verheerende Brandunglück in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana hat tiefe Wunden hinterlassen. Neben der unermesslichen menschlichen Tragödie stellen sich nun drängende juristische Fragen für die Hinterbliebenen und die zahlreichen Verletzten. Stephan Kinzl ordnete im Interview mit dem Blick die rechtliche Situation ein und zeigte auf, warum die Schweiz im internationalen Vergleich bei der Genugtuung hinterherhinkt.

Patienten hinterfragen immer öfter die Methoden ihrer Ärzte. Immer mehr drohen offen mit Beschwerden und Klagen. Das wirkt sich auf das Verhalten der Mediziner aus.

Für Ärzte wird das Behandeln ihrer Patienten immer mehr zu einem Minenfeld. Viele können sich immer besser über ihre Leiden informieren und machen es auch. Ergebnis: Die Patienten wehren sich, wenn sie mit der Behandlung unzufrieden sind.