Gliederverletzungen

Ein Glied ist ein beweglicher, durch ein Gelenk mit dem Rumpf verbundener Körperteil. Glieder des Menschen sind die Arme zusammen mit dem Schultergürtel beziehungsweise die Beine zusammen mit dem Becken (Beckengürtel). 

Der schwerwiegendste Eingriff an einem Glied ist dessen Amputation. Der Begrifft Amputation beschreibt die Abtrennung eines Körperteils vom restlichen Körper. Der Arzt entfernt dabei im Rahmen einer sorgfältigen Operation das entsprechende Glied. Aus medizinischer Sicht wird ein solcher Eingriff dann, wenn sich beispielsweise ein Arm oder ein Bein nicht mehr erhalten lässt und wenn Leben und Gesundheit des Patienten auf dem Spiel stehen. Bei Unfällen kann es ebenfalls zu Amputationen kommen, wenn z.B. bei Verkehrs- oder Arbeitsunfällen Gliedmassen abgetrennt werden.

Bei Gliedverlusten aufgrund eines Unfalles besteht grundsätzlich Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nach Unfallversicherungsgesetz (UVG). Relevant dabei sind insbesondere die Tabelle 3 (Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Amverlusten) und die Tabelle 4 (Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss- und Beinverlusten).

Bei der Unfallversicherung kommt es immer wieder vor, dass die Integritätsentschädigung tiefer bemessen wird als die diesbezügliche Einschätzung der behandelnden Ärzte. Können die behandelnden Ärzte ihre höhere Bemessung der Integritätsentschädigung begründen, kommt es nicht selten vor, dass der Unfallversicherer schliesslich der Einschätzung der behandelnden Ärzte folgt und eine höhere Integritätsentschädigung zuspricht. Wichtig dabei ist, dass sich der Versicherte spätestens bei Erhalt der Integritätsentschädigungs-Verfügung rechtlichen Rat einholt. Wenn die Verfügung nämlich rechtskräftig ist, können keine ärztlichen Stellungnahme mehr zu einer Erhöhung der Integritätsentschädigung führen.